Dachbegrünung Aufbau: Schichten, Materialien und technische Details
Der Dachbegrünung Aufbau entscheidet maßgeblich über die Funktion, Lebensdauer und Belastbarkeit eines Gründachs. Je nach Bauweise unterscheidet sich der Schichtenaufbau deutlich. Hier erfahren Sie im Detail, wie der Aufbau einer Dachbegrünung funktioniert, welche Materialien eingesetzt werden und worauf bei der Planung technisch zu achten ist.
Wenn Sie sich zunächst einen allgemeinen Überblick verschaffen möchten, lesen Sie erst unseren umfassenden Ratgeber zur Dachbegrünung.
Aufbau einer Dachbegrünung im Überblick
Ein professioneller Gründachaufbau besteht aus mehreren funktionalen Schichten, die exakt aufeinander abgestimmt sind. Jede Schicht erfüllt eine wichtige Aufgabe – von der Wasserableitung bis zur Wurzelschutzfunktion. Der folgende Aufbau beschreibt eine typische extensive Dachbegrünung für Flachdächer.
| Schicht | Funktion | Typische Stärke |
|---|---|---|
| Vegetationsschicht | Pflanzenwachstum & Verdunstung | 20–150 mm |
| Substratschicht | Nährstoffe & Wasserspeicherung | 60–150 mm |
| Filtervlies | Trennung von Substrat & Drainage | 1–2 mm |
| Drainageschicht | Wasserableitung | 20–40 mm |
| Schutzvlies | Schutz der Abdichtung | 3–10 mm |
| Wurzelschutzfolie | Verhindert Durchwurzelung | — |
Technische Anforderungen an den Gründachaufbau
- Mindestgefälle von 2 % empfohlen
- Statik des Daches vorab prüfen
- Dachabdichtung muss wurzelfest sein
- Zusätzliche Schubsicherung bei Schrägdächern notwendig
- Dachabläufe jederzeit zugänglich halten

Aufbau einer Dachbegrünung Schicht für Schicht
Beim Aufbau eines Gründachs ist die richtige Reihenfolge der Schichten entscheidend, damit alle Schichten ihre jeweilige Funktion in vollem Umfang erfüllen können:>
1. Vegetationsschicht – die lebende Begrünung
2. Substratschicht – Nährboden für Pflanzen
3. Filtervlies – verhindert Verschlammung
4. Drainage – für sicheren Wasserabfluss
5. Schutzvlies – gegen mechanische Belastung
6. Wurzelschutzfolie – die Basis für Dichtheit
Schicht 1: Vegetation
Die oberste Schicht besteht aus der Bepflanzung. Für extensive Dachbegrünungen werden meist Sedum-Arten verwendet, da sie Trockenheit, Frost und starke Sonneneinstrahlung besonders gut vertragen.
Die Sedumpflanzen können als Samen ausgesät, als Stecklinge oder Flachballenstauden angepflanzt oder als vorkultivierte Sedummatten verlegt werden. Die Sedummatte ist besonders pflegeleicht, begrünt das Dach sofort und reduziert das Risiko von Erosion in der Anwuchsphase.
Neben Sedumpflanzen eignen sich auch andere trockenheitsresistente Pflanzen wie Gräser und diverse Kräuterarten für die Dachbegrünung. Damit verwandeln Sie Ihr Dach in eine biodiverse Bienenweide.
Schicht 2: Substrat
Die Substratschicht befindet sich direkt unter der Vegetation und ist eine Mischung aus mineralischen und organischen Bestandteilen. Sie speichert Wasser und versorgt die Sedum-Pflanzen mit Nährstoffen.
Gewicht des Substrats
Je nach Wassersättigung verändert sich das Gewicht des Substrats erheblich. Extensive Dachbegrünungen erreichen typischerweise eine Dachlast von etwa 60–150 kg/m².
Substratersatz
Als funktioneller Substratersatz können auch Wachstumsmatten aus hydrophiler Mineralwolle verwendet werden, die über einen hohen Wasserspeicher verfügen. Sie lassen sich schnell verlegen und einfach zuschneiden.
Schicht 3: Filtervlies
Das verrottungsfeste Filtervlies ist eine wasserdurchlässige Schicht, die zwischen der Drainage- und Substratschicht liegt. Es verhindert, dass Feinteile des Substrats in die Hohlräume der Drainage gelangen und diese verstopft. Das Filtervlies gewährleistet so die langfristige Funktionsfähigkeit der Drainageschicht.
Schicht 4: Wasserführung und Retention
Die Drainageschicht sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser kontrolliert über den Dachablauf in die Kanalisation abgeleitet wird, ohne dass Staunässe entsteht. Moderne Drainagesysteme können je nach Ausführung bis zu mehrere Liter Wasser pro Quadratmeter zwischenspeichern. Dadurch verbessert sich die Verdunstungskühlung und die Kanalisation wird entlastet.
- Noppenbahnen: kostengünstig, geringere Speicherleistung
- Drainageplatten: höhere Wasserspeicherung und bessere Druckverteilung
- Retentionssysteme: ideal für Starkregenmanagement
Schicht 5: Schutzvlies (optional)
Das Schutzvlies schützt die Abdichtung des Daches vor Druckbelastung und Abrieb und sorgt gleichzeitig für eine gleichmäßige Wasserverteilung.
Wenn keine Schutzschicht verbaut wird, ist insbesondere bei Sedum-Kassetten und schweren Gründach-Aufbauten das Risiko einer Beschädigung der Dachabdichtung hoch. Bei leichteren Aufbauten besteht nur ein kleines Risiko.
Wir empfehlen dennoch grundsätzlich den Einsatz von Schutzvlies zum Schutz der Dachabdichtung.
Schicht 6: Wurzelschutzfolie
Als unterste Schicht der Dachbegrünung schützt die Wurzelschutzfolie die Dachabdichtung vor Durchwurzelung. So verhindert die Folie, dass die Abdichtung beschädigt wird und Feuchtigkeit in das Dach eindringen kann.
Für wurzelfeste Dachabdichtungen wie Bitumen ist kein Durchwurzelungsschutz erforderlich. Oft werden die Begriffe “nach DIN EN 13948” oder “FLL-zertifiziert” für wurzelfeste Dachabdichtungen verwendet.
Die Wurzelschutzfolie sollte wurzelfest, chemikalienbeständig und wasserdicht sein. Ideal sind Folien aus PE oder PVC.
Tipp: Prüfen Sie, ob Ihre vorhandene Dachabdichtung (z.B. EPDM) bereits wurzelfest ist – das spart Kosten.
Zubehör Dachbegrünung Aufbau
Um den Aufbau der Dachbegrünung zu vervollständigen, gibt es eine Reihe an Zubehör, das verschiedene Funktionen erfüllt und die Lebensdauer des Gründachs verbessert:
1. Blattfänger
An jedem Dachablauf sollte ein Laubfang installiert werden. Der Laubfang hält den Ablauf frei von Blättern, Schmutz und Kies. So wird verhindert, dass der Ablauf verstopft und sich Staunässe auf dem Dach bildet.
2. Kies
Der Kiesstreifen (ca. 10–20 cm breit) sorgt nicht nur für ein ästhetisches Bild, sondern auch für eine gute Entwässerung. Gleichzeitig filtert der Kies grobe Pflanzenteile oder auch Substrat und verhindert damit eine Verstopfung des Dachablaufs.
3. Trennprofile (optional)
Trennprofile sind nur bei losem Substrat notwendig. Durch die Verwendung der Trennprofile wird sichergestellt, dass sich die Schüttgüter (Substrat und Kies) nicht vermengen und der Aufbau intakt bleibt.
4. Sedumdünger
Sedumdünger ist ein Spezialdünger, der für Sedumdächer geeignet ist. Düngen Sie nur sehr wenig, dafür aber mit dem richtigen Sedum-Dünger. Sedumpflanzen benötigen von Natur aus wenig Nährstoffe, sollten bei einer extensiven Dachbegrünung aber dennoch ausreichend versorgt werden.
5. Kräutermischung (optional)
Auf die Dachbegrünung bzw. Ihr Sedumdach können Sie eine zusätzliche Kräutermischung säen. Bis zu 50 weitere einheimische Arten können so hinzukommen. Diese sorgen für noch mehr Biodiversität und locken zahlreiche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, aber auch kleine Vögel und weitere Besucher an.
Unterschiede im Aufbau: extensiv vs. intensiv
Der Aufbau einer Dachbegrünung unterscheidet sich je nach Nutzung und Belastung erheblich.
Extensive Dachbegrünung
- Geringe Aufbauhöhe (6–15 cm)
- Niedriges Gewicht
- Minimaler Pflegeaufwand
Intensive Dachbegrünung
- Hoher Schichtaufbau (ab 20 cm)
- Höheres Gewicht (Statik beachten!)
- Geeignet für Rasen, Sträucher oder Bäume
Vorteile eines fachgerechten Gründachaufbaus

Häufige Fehler beim Aufbau einer Dachbegrünung
- Fehlendes Gefälle (mind. 2 % erforderlich)
- Unzureichende Drainage → Staunässe
- Falsches Substrat (zu schwer oder zu nährstoffreich)
- Keine Wurzelschutzfolie bei empfindlicher Abdichtung
- Fehlende Rand- und Abschlussprofile
Tipp: Lassen Sie Ihr Dach von einem Fachbetrieb prüfen, bevor Sie mit der Begrünung beginnen. So verhindern Sie unangenehme Überraschungen und hohe Folgekosten.
Fazit: Jede Schicht zählt!
Ein fachgerecht geplanter Gründachaufbau in sechs Schichten schützt nicht nur die Dachabdichtung, sondern verbessert auch Wasserrückhalt, Wärmedämmung und Lebensdauer des gesamten Daches.
Auch die Lebensdauer des Daches wird deutlich verlängert: Ein Bitumendach hält in der Regel 20–30 Jahre. Unter dem Schutz des Gründachs können diese Dacheindeckungen bis zu 40 Jahre halten, bevor sie erneuert werden müssen.
Entscheidend ist, dass alle Schichten optimal aufeinander abgestimmt sind – vom Wurzelschutz bis zur Vegetationsschicht.
Häufig gestellte Fragen
Eine Dachbegrünung wird in mehreren Schichten aufgebaut. Dazu gehören Dachabdichtung, Wurzelschutz, Drainage, Filtervlies, Substrat und die Vegetationsschicht. Die einzelnen Ebenen sorgen für Wasserspeicherung, Entwässerung und dauerhaftes Pflanzenwachstum.
Zu einer extensiven Dachbegrünung gehören mehrere Funktionsschichten: Abdichtung, Wurzelschutz, Schutzvlies, Drainage, Filtervlies, Substrat und Vegetation. Jede Schicht übernimmt wichtige Aufgaben für Schutz, Wasserableitung und Pflanzenwachstum.
Die Drainageschicht leitet überschüssiges Regenwasser ab und verhindert Staunässe auf dem Dach. Gleichzeitig kann sie Wasser speichern, damit die Pflanzen auch in Trockenperioden versorgt bleiben.
Der Wurzelschutz verhindert, dass Pflanzenwurzeln die Dachabdichtung beschädigen. Dadurch wird die Dachkonstruktion dauerhaft vor Feuchtigkeit und möglichen Schäden geschützt.
Ein Kiesstreifen dient bei einer Dachbegrünung als Schutz- und Kontrollbereich. Er verbessert die Entwässerung an Dachrändern, Attiken oder Abläufen und verhindert, dass Pflanzen in sensible Bereiche hineinwachsen.
Eine extensive Dachbegrünung besitzt meist eine Aufbauhöhe von etwa 6 bis 15 cm. Intensive Dachbegrünungen benötigen aufgrund stärkerer Bepflanzung deutlich höhere Aufbauten.
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